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Meine Erfahrungen mit einem EMS Bausatz für Renaissancelaute

Der Renaissance Bausatz vom "Early Music Shop"  wird in 4 verschiedenen Varianten angeboten: "EMS 7 Course Renaissance Lute Kit" und "EMS 7 Courselk Renaissance Special Lute Kit", die Gleichen mit 8 Chören. Der Unterschied zwischen dem Normalkit und dem Special Kit besteht in der Verarbeitung der Muschel, die einfache wechselt kontrstierend Späne aus Rosenholz mit Ahornab, der Special Kit hat weisse Einlagen zwischen den 13 Rosenholzspänen. Ich habe mich für den 7 chörigen Special Lute Kit entschieden. Auch wollte ich mich nicht zu sehr auf die Äste wagen, deshalb habe ich für einen Aufpreis eine vorgeschnittene Rosette gleich mitbestellt. Von grossem Vorteil ist dass die Muschel bereits vorgefertigt ist, deren Herstellung wohl am Problematischsten für den Nichtfachmann sein dürfte. Die mitgelieferten Saiten sind  eher von minderer Qualität Drei Stück rissen bereits beim ersten Aufziehen. Deshalb unbedingt einen Satz Pyramidsaiten mitbestellen!
Die mitgelieferen Nylonbünde sind durch die glatte Struktur sehr schwer zum fest binden. Ich war erstaunt wieviel das Instrument klanglich gewonnen hat, nachdem ich die Bünde mit Bunddarm ersetzt habe.
Mitgeliefert wird neben dem Manual und einem sehr detaillierten 1:1 Bauplan, eine kleine Unterweisung für das Lautenspiel, so dass man sofort mit dem Spiel anfangen kann (natürlich erst nach Vollendung des Werks).

Den Auslieferungsermin  der mit 1-2 Werktagen angegeben ist, sollte man sich vieleicht bestätigen lassen um zu vermeiden, dass man,  wie bei mir geschehen, fast 6 Wochen auf den Kit wartet. Auch sind die Versandkosten nach Deutschland mit fast100 € ziemlich an der Schmerzgrenze. Der Bausatz wurde im nicht unbedingt formvollendeten Koffer geliefert, bei dem ausserdem ein Plastikschnappschloss zerbrochen war, das sich jedoch leicht ersetzen liess.

Ein Problem könnte die Gebrauchsanleitung werden, die nur auf englisch zu erhalten ist. Es empfiehlt sich auf alle Fälle, sie zuerst durchzulesen um einen Überblick über die Arbeitsschritte zu haben und erst dann mit der Arbeit anfangen, wenn wirklich jedes Detail verstanden ist. Sonst ist die Gebrauchsanweisung sehr gut aufgebaut und man kann sich gut danach richten. 

rnlaute1Ich hatte bisher nur wenig bis keine Erfahrung im Musikinstrumentenbau, aber doch einige Erfahrung mit der Holzbearbeitung. Bei genauer Befolgung des Manuals sind jedoch keine grösseren Probleme entstanden.  Nochmals: Wichtig ist, dass man genau verstanden hat um was es geht, dann kommt man mit ein bisschen eigener Überlegung sicher ans Ziel. Ein gut eingerichteter Arbeitsplatz sowie einige gut geschärfte Werkzeuge müssen vorhanden sein (siehe Liste).

Die vorgefertigten Bauteile sind gut vorbereitet, sie lassen sich mit relativ wenig  Aufwand  anpassen.

Zeitaufwand etwa 35 Stunden, wobei die Feineinstellung der Saitenlage und Bünde nicht mitgerechnet ist.

Das Endergebnis ist ein gut spielbares Anfängerinstrument, das auch klanglich zufriedenstellt. Ich hätte mir jedoch  gewünscht  dass der Hals (53mm) etwas breiter ist, die Saiten liegen sehr eng zusammen. Ich bin noch am Überlegen, ob ich nicht besser einen Chor wegnehme und dadurch eine 6 chörige Laute erhalte.

Material und Werkzeug

Leim

In der Gebrauchsanweisung  wird Tidebond Original Glue empfohlen, ich habe mit Knochenleim, der traditionell im Musikinstrumentenbau verwendet wird, gute Erfahrungen gemacht. Er lässt sich gut verarbeiten und wenn man einmal einen Fehler gemacht hat, lässt er sich durch erhitzen wieder lösen (angeblich noch nach Jahrhunderten). Trotzdem hat er sehr gute Klebeeigenschaften, die dem eines moderen Weissleims in  nichts hinterherstehen. Knochenleim, Lacke und   Werkzeuge erhalten Sie z.B. hier: www.feinewerkzeuge.de

Oberflächenbehandlung

Laut Manual wird hier empfohlen das Mittel zu nehmen, mit dem man sich am Besten auskennt. Traditionell wird wohl Schellack verwendet, ich habe ein Oberflächenbehandlungsmittel auf Bienenwachsbasis aufgetragen. Dessen Eigenschaften müssen sich erst noch bewähren, bis jetzt konnte ich noch keine Nachteile feststellen.

Arbeitsplatz und Werkzeuglisternlaute2

Eine flache Arbeitsfläche, möglichst mit Schraubstock,
Einen kleinen Handhobel
Abziehklingen
kleine Handsäge, Laubsäge oder Dremel-Tischsäge,
verschiedene Spannklammern,
Stechbeitel,
Hammer,
Skalpelle,
Lineal, mindestens 60cm, rechter Winkel,
Feilen, kleine Rundfeile, kleine Flachfeile, verschiedene Nadelfeilen
kleine elektrische Handbohrmaschine (Akku)
Bohrer 1mm, 3,5mm, 4mm, 5mm, 6mm,
Sandpapier:120, 240, 400 trocken, 600 nass oder trocken
sehr feine Stahlwolle

Spezialwerkzeuge für Musikinstrumentenbau bei Dick
Saiten und Bundmaterial bei Pyramid

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