Umbau
einer Yamaha SLG 120N zur Midi-fähigen Klassik Gitarre
Ich habe schon immer gerne mit verstärkten klassischen- und
mit
MIDI Gitaren experimentiert, die Erste die ich hatte, war eine voll
akustische Klassikgitarre vom Winterthurer Gitarrenbauer Juri Rothen.
Dieses Instrument hat überzeugt durch die hervoragende
Tonabnehmertechnik, hatte aber leider ihre Tücken beim MIDI
Einsatz, da gerne unkontrollierbare Feedbacks entstanden. Deshalb habe
ich mich wieder von dem Instrument getrennt.
Nach dem Erwerb einer YAMAHA SLG-N die mich durch die leichte
Spielbarkeit und das perfekte Klassik Griffbrett
überzeugt hat, kam ich auf die Idee, dieses
Instrument MIDI
fähig zu machen.
Voraussetzung für eine MIDI fähige Gitarre ist ein
Tonabnehmersystem, das jede Saite getrennt abnimmt, also sechs kleine
Tonabnehmer (in diesem Fall einen Piezo Hex).
Dann braucht man einen Vorverstärker und schliesslich einen
MIDI
Konverter. Als MIDI-Gerät habe ich einen Roland GR20
ersteigert,
den kleinen Bruder vom GR33 . Als Endgerät braucht
man
natürlich eine Verstärkeranlage am besten geignet ist
eine
kleine Gesangsanlage, für den Hausgebrauch genügt
auch eine
gute Stereoanlage.
Ich habe mich für das RCA Tonabnehmer System entschieden, das
Gleiche das auch in Godin MIDI-Gitarren verwendet wird. Diese Piezo
Pick-Ups gibt es als classic und acoustic Version, wobei der
Unterschied in der Länge der Anschlusskabel besteht.
Die
kürzeren Kabel "acoustic gold-nylon strings" der classic
Version
genügen für die SLG vollkommen.

Da die Originalstegeinlage etwas schmaler als die Austauschreiterchen
ist, muss man die Nut zuerst um ein paar 10tel mm erweitern,
was
sich mit einer feinen, flachen Feile proplemlos bewältigen
lässt.
Dann muss man für jeden Reiter eine ca. 3mm Bohrung
für das
Anschlusskabel machen. Wichtig ist dass sich die Bohrung genau unter
der Saite befindet sonst läuft die Saite nicht gerade
über
das Reiterchen. Man kann sich dabei an den Stegbohrungen der Saiten
orientieren. Wahrscheinlich wird man beim Einsetzten der Pickups
feststellen dass die Nut nun zu tief ist, mit ein paar untergelegten
Hartholzfurnierstücken lässt sich die Saitenlage auf
die
gewünschte Höhe korrigieren.
Bei den Vorverstärkern stehen von RCA zwei
Modelle zur
Auswahl: der Poly Drive I oder der Polydrive II. Der Poly Drive I wird
dirkt in die Gitarre eingebaut, der Poly Drive II ein ist externes
Gerät in einem eigenen Gehäuse. Angesichts des
geräumigen Gehäuses der SLG 120N habe ich mich
für den
Polydrive I entschieden.
Das bedeutet zunächst einmal die Originalelektronik
auszuschachten. Dank Steckverbindungen ist das problemlos
möglich.
Um die 13pol. Steckdose mit der
angehängten Elektronik
am gewünschten Ort (unterhalb des Schlagbretts)
unterzubringen, war es notwendig die Blechhalterung unter der der
Verstärker für den alten AUX-Input sass, zu
verändern,
das heisst, ich musste den Bügel, unter dem die Elektronik
steckte, abschneiden. So erhielt ich 2

Gehäusehalterungen, die ich jeweils mit
einer zusätzlichen Holzschraube am Rahmen befestigte.
Die 13pol. Steckdose geht nach unten, die Bedienelemente (Schalter,
Potis) sind oben. Den Original Out-Jack habe ich beibehalten. Das
Batteriegehäuse konnte ich natürlich beibehalten.
Mit Hilfe des detaillierten, beiligenden Schaltschemas konnte ich nun
mit dem Verlöten anfangen. Die 6 Tonabnehmerdrähte
werden
direkt an die Elektronik der13pol.Steckdose angelötet, die
Potis
und Schalter werden mit einem Kabelband mit farbig gekennzeichneten
Drähten verbunden.
Vor dem Wiederzusammenbauen vielleicht einen Test machen, ob alles
funktioniert. Dann Zusammenschrauben und es kann losgehen!
Da die Stromversorgung bei MIDI Betrieb über das 13pol. Kabel
phantommässig gewährleistet ist, wird die 9V Batterie
nur bei
"Mono Out" durch den Klinkenstecker eingeschaltet.
Ein Nachteil den die Gitarre nun hat ist, man kann sie nicht mehr als
reine Köpfhörergitarre verwenden, dazu ist die
Leistung des
Monovorverstärkers zu schwach, d.h. man muss noch einen
zusätzlichen Verstärker zwischen Gitarre und
Kopfhörer
schalten.
Dafür habe ich jetzt eine perfekte MIDI-Gitarre mitdem
eleganten Design der "YAMAHA Silent Guitar".
Zu den Kosten: die sechs Piezo Reiterchen um die € 250.-, Poly
Drive I € 350.- (Stand Anfang 2010), dazu noch die
Kosten
für das Instrument, so kommt man zusammen etwa auf den Preis
einer
vergleichbaren Godin Gitarre.
Bezugsquellen: RCA PickUp Systeme bei "Frame Work Guitars"
mail@frameworks-guitars.com
Links:
http://gkworld.de/tonabnehmer/gk_tonab.html
http://www.vguitarforums.com/smf/index.php?topic=1116.0
Ich bin dankbar für alle Berichte und Tipps aus eigener
Erfahrung!